Treptitzer Fotograf berichtet in Oschatz über Erlebnisse

Thomas Barth berichtet über das Ende seiner 3600 km langen Pilgertour quer durch Europa. Das diesjährige Finale der Reihe „Rund um den Globus“ steht in Oschatz unter der Überschrift „Camino Frances – auf dem Jakobsweg durch Spanien“. Der Vortrag beginnt am Sonnabend, dem 16. März, um 17 Uhr im „O“ des O-Schatz-Parkes.

Nach fünf Jahren erreichte Barth das Ziel aller Sehnsüchte eines Pilgers: die berühmte Kathedrale von Santiago de Compostela. Die letzte Etappe führte ihn von Südfrankreich aus über die Pyrenäenpässe und das Baskenland hinein in die kargen Hochebenen Nordspaniens. Durch die Städte Pamplona, Burgos, Leon und Astorga, die Thomas Barth durchquerte, ziehen seit mehr als 1000 Jahren Pilger. In den altehrwürdigen Klöstern, Kirchen und Herbergen wurde die Geschichte vom Mittelalter bis heute für ihn wieder lebendig. Überraschende, oft kuriose Begegnungen am Wegesrand prägten diese Reise zu Fuß über 900 Kilometer, die am Atlantik, dem früheren „Ende der Welt“, ihren Abschluss fand. Die traditionelle Kultur der spanischen Regionen wird in diesem Vortrag ebenso zum Tragen kommen wie berührende menschliche Porträts von Mitpilgern und Einheimischen. Wer den Vortrag in Oschatz nicht besuchen kann, hat einen Tag später um 17 Uhr im Kino Filmpalast Riesa Gelegenheit dazu.

Weitere Termine: Auf dem Jakobsweg durch Westdeutschland (Thomas Barth), Freitag, 15. März, um 19.30 Uhr, Gemeindesaal des Klosters in Belgern; Sri Lanka (Sven Perski), Sonnabend, 30. März, 17 Uhr, im Gemeindezentrum Bad Liebenwerda und Sonntag, 31. März, um 17 Uhr im Kino Meißen.

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 08.03.2019
BU: Thomas Barth am Ziel in Finisterre.
Foto: privat

Der 27-jährige Robert Pauli hat sich von Deutschland aus nach Nepal auf den Weg gemacht. Gut ein Jahr dauerte seine Reise. Von der hat er erstmals in einem Vortrag in Oschatz berichtet. Das war zugleich der Auftakt für die Veranstaltungsreihe „Rund um den Globus“ von Thomas Barth.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Der 27-jährige Robert Pauli kann das voll für sich in Anspruch nehmen. Reichlich ein Jahr war der Lehramtsstudent zu Fuß und per Anhalter auf dem Landweg unterwegs. Davon berichtete er zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe von Thomas Barth „Rund um den Globus“ am Sonnabend in der bis auf den letzten Platz gefüllten Veranstaltungshalle des O-Parkes.

Ungewöhnliche Reiseroute

Paulis Ziel: Nepal. Nicht etwa die kürzeste Strecke wählte und plante er gemeinsam mit zwei Freunden dafür, sondern eine, die durch Visabestimmungen, politische Gegebenheiten und vor allem Neugier auf die Länder, ihre Menschen und das Leben in ihnen geprägt war. Zudem die Vorgabe für sich selbst, auf dem Landweg unterwegs zu sein. Nur einmal musste er davon abkommen, weil Einreisebestimmungen dagegen sprachen.

Spannende Mitbringsel

Bereits nach wenigen Sätzen und Bildern hatte der Clanzschwitzer die Besucher sozusagen auf seine Tour mitgenommen. Eine Reise, von der Pauli 40 000 Fotos, eine Sitar (gezupfte Langhalslaute) und den Stoff für ein Reisebuch neben den vielen persönlichen Eindrücken mitbrachte.

Aufgebrochen ist er über Polen nach Russland. Erste Landschaftbilder, dann jene aus Teilen Petersburgs meist fern der Touristenzentren und schließlich jene vom Feiern auf der Datscha mit Bannja lassen erste Begeisterung zu. Robert Pauli erzählt weiter von Fernfahrern mit dem Namen Ruslan, zeigt Bilder seiner ungewöhnlichen „Zeltplätze“ auf der Route bis hin zu Moskauer Lichterglanz. Bilder, mit viel Liebe zum Detail und zu den Menschen in den verschiedenen Orten folgen aus der Mongolei. Später auch aus Laos, Kambodscha, Vietnam, Thailand, China folgten, ehe er Nepal erreichte. Sie eröffneten den Zuschauern interessante Sichten. Auch zu Themen wie Wohlstandsgesellschaft, Müll, Umgang mit Umwelt, zu Fragen der Religion, Zufriedenheit, den Umgang miteinander und mit dem, was uns unsere Erde bietet.

Besonderer Vortrag

Beim Erzählen einiger Episoden beneidete mancher Gast den angehenden Lehrer um seine Erlebnisse. Aber manchmal auch nicht, wenn er zum Beispiel vom Zelten in der Großstadt oder auf einer alten Brückenbaustelle berichtete. Da Robert Pauli selbst Musik macht, untermalte er seine Bilder mit Tonaufnahmen, meist landestypischer Musik und Alltagsgeräuschen gekonnt. Schließlich griff er selbst zur Sitar und spielte darauf. Das machte seinen besonderen Vortrag noch besonders.

Am Ende gestand er: „Ich bin doch nun froh, wieder daheim zu sein.“

LVZ - online vom 20.01.2019
Text und Foto: Bärbel Schumann
BU: Robert Pauli aus Clanzschwitz reiste gut ein Jahr auf dem Landweg nach Nepal. Zu seinen Mitbringseln gehört eine Sitar, eine indische Langhalslaute. In Oschatz spielte er darauf etwas vor.