Student aus Clanzschwitz macht den Auftakt bei Vortragsreihe „Rund um den Globus“

„Auf dem Landweg nach Nepal“ geht es am Sonnabend im Oschatzer „O“. Mit dem gleichnamigen Vortrag von Robert Pauli aus Clanzschwitz beginnt die Reihe der Reiseshows „Rund um den Globus“ von Thomas Barth. „Robert hat versucht, von hier aus ohne Flugzeug nach Nepal zu kommen, wo er schon mal war und nach dem großen Erdbeben Hilfsprojekte unterstützt hat“, beschreibt Thomas Barth, der seine Referenten mittlerweile aus ganz Deutschland in die Region einlädt. Der Eröffnungsvortrag von Robert Pauli sei dabei dennoch etwas Besonderes. Er freue sich, einen so mutigen und engagierten Menschen zu präsentieren. Die Show „Auf dem Landweg nach Nepal“ sei eine Perle, schwärmt Barth. „Für mich als Pilger ist Robert auch ein Wanderbruder im Geiste, da er viel zu Fuß unterwegs ist und bei dieser Reise eine außergewöhnliche, herausfordernde Art und Weise der Fortbewegung gewählt hat“, fügt er hinzu.

Nicht die erste Nepal-Reise

Für den 27-jährigen Robert Pauli, der derzeit in Jena einen Masterstudiengang in Biologie absolviert, war das Wagnis auf dem Landweg, für das er über ein Jahr unterwegs war, nicht die erste Nepal-Reise. „Beim ersten Mal war ich noch mit dem Flugzeug unterwegs. Aber ganz abgesehen von dem ökologischen Aspekt – denn es ist Wahnsinn, wie viele Menschen heute per Flieger reisen – fühlte es sich für mich damals komisch an, in so kurzer Zeit in eine fremde Kultur zu platzen“, beschreibt er seine Beweggründe, die Reise noch einmal deutlich langsamer zu versuchen. Diesmal sei er vor allem als Anhalter und hin und wieder auch mit dem Zug unterwegs gewesen. „Das war genau richtig so, denn andernfalls hätte ich Länder wie Russland oder China nicht wirklich kennengelernt“, findet er. Um zu der ambitionierten Reise aufbrechen zu können, drückte Robert Pauli bei der Ausbildung aufs Tempo und konnte sein Lehramtsstudium vor der Regelstudienzeit abschließen. Parallel dazu informierte er sich über mögliche Reiserouten, kümmerte sich um Visa und versuchte, Ziele abzustecken. Kein leichtes Unterfangen, vor allem, wenn sich Einreisebestimmungen öfter ändern oder Informationen schlicht falsch sind. So musste sich der Clanzschwitzer von seinem Plan verabschieden, über den Iran und Pakistan zu reisen. „Das war verrückt: Bei einer Einreise mit dem Flugzeug hätte ich ein Visum erhalten, auf dem Landweg dagegen war das nicht möglich“, erzählt er.

Viele Menschen getroffen

Dennoch habe er in allen Ländern viele Eindrücke sammeln und zahlreiche Menschen kennenlernen können. Vor allem die Gastfreundschaft gegenüber ihm, dem Fremden, habe ihn berührt. „Ich bin eher an zu viel als an zu wenig Hilfsbereitschaft geraten. Selbst wenn man sich kaum verständigen konnte, gab es öfter Einladungen zu opulenten Abendessen und zur Übernachtung“, so Robert Pauli. Was er alles während seiner einjährigen Reise erlebt hat, berichtet er am Sonnabend mit zahlreichen Fotos. Außerdem wird es Live-Musik geben. „Ich habe mir in Indien eine Sitar zugelegt und werde das Instrument auch erklingen lassen“, kündigt er an.

„Auf dem Landweg nach Nepal“, Sonnabend, 19. Januar, 17 Uhr im „O“ des O-Parks, Oschatz.

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 15.01.2019
Text: Jana Brechlin
BU: Robert Pauli aus Clanzschwitz berichtet am Sonnabend über seine Reise nach Nepal. Das kleine Bild zeigt ihn, aufgenommen von seinem Vater Roberto Pauli, während des Holi-Festivals, bei dem Farbpulver geworfen wird, um sich zu segnen. Foto: Robert Pauli