Bruno Maul und seine Frau Manuela reisten per Rad durch alle Landstriche – und präsentieren nun ihre Sicht auf Natur und Menschen

Voller Stolz steht die achtjährige Frida mit ihrer jüngeren Schwester Leni hinter dem Büchertisch in der Veranstaltungshalle des O-Parkes. Erwachsene vor ihnen wollen den Bildband „Die Deutschland Entdecker“ ihres Vaters Bruno Maul kaufen. Minuten vorher, während des ersten Teils des gleichnamigen Vortrages im Rahmen der Reihe „Rund um den Globus“ von Thomas Barth, hatte Frida oft lachend auf zahlreichen der insgesamt über 600 Fotos dahergeschaut. Da hatte sie sich, sieben Monate alt, mit ihren Eltern Manuela und Bruno Maul sowie Hund Billy auf die Suche nach der unbekannten Heimat begeben – für insgesamt fünf Monate.

Vom Allgäu aus, ihrer Heimat, bereisten sie mit Rädern und Anhänger die unterschiedlichsten Landstriche Deutschlands. Jeden Tag neue Dörfer, jeden Tag neue Menschen. „Wir waren gespannt, wie würden uns die Menschen hierzulande begegnen. Bei unseren Auslandsaufenthalten hatten wir Freundlichkeit erfahren, hatten uns Menschen oft in ihre Häuser und Wohnungen hineingebeten. Wird das in Deutschland auch sein?“, so Bruno Maul. Durch ihr entschleunigtes Reisen fern der großen Straßen erschien ihnen die dabei erlebte „Welt“ dann wie eine Parallelwelt. So vieles, das einem im Alltag gar nicht auffällt, Geschichten die es in keiner Zeitung gibt, sie erlebten sie: der Mohn am Ackersaum, die Geschichte eines alten Bauern, der alleine auf einem riesigen Hof lebt, oder haarsträubende Erzählungen, wie nach der Wiedervereinigung Deutschlands Treuhand-Fördergelder missbraucht wurden, damit westliche Unternehmen Konkurrenz aus dem Osten ausschalten konnten. Sie sprachen mit Menschen, die heute nur schwer, wenn überhaupt von ihrer Arbeit leben können. Entdeckten dabei absurde Zusammenhänge wie etwa zwischen Schafwolle aus Deutschland und preisgünstigem australischen Schaffleisch, zwischen dem ökologischen Desaster in und am Fluss Ems und den Arbeitslöhnen der begrenzten Industriejobs in dieser Region.

Wer erwartete, Klischees wie etwa die Spreewaldgurke auf Fotos aus dem Spreewald zu finden, der wurde enttäuscht. Dafür konnte er aber Neues, eben die Sicht des Fotografen Maul, sehen. Eine Sicht, die den einen oder anderen Zuhörer neugierig machte, sich selbst auf Entdeckerreise fern der üblichen Reiseangebote in Deutschland zu begeben. Zugleich gab es im Vortrag eine Teilantwort auf die Frage: „Wie klingt Deutschland?“ Regionale Volksmusiker, Liedermacher, Straßenmusiker bis hin zu jungen Bands, deren Musik Maul auf der Tour aufnahm, spiegelten eine ungeahnte Klangvielfalt wider. Reisen durch Deutschland – auch das ist Reisen rund um den Globus.

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 02.03.2020
BU: Stolz zeigt Frida den Bildband „Die Deutschland Entdecker“ ihres Vaters Bruno Maul. Fünf Monate lang bereiste die Familie 2012 mit den Rädern Deutschland. Auf vielen Buchfotos ist auch Frida zu sehen.
Text und Foto: Bärbel Schumann

Mit der Gitarre, Kind und Kegel durch Deutschland

Wer kennt schon das Dorf hinter dem eigenen Ort? Wer hat schon einmal die feinen regionalen Unterschiede in Landschaft, Kultur und Bevölkerung wahrgenommen? Bruno Maul ist mit seiner Lebensgefährtin, der sieben Monate alten Tochter und Hund Billy vor der eigenen Haustür gestartet und hat sich auf die Suche nach der unbekannten Heimat gemacht. Jeden Tag neue Dörfer, jeden Tag neue Menschen – durch das entschleunigte Reisen erschien ihm diese Welt wie eine Parallelwelt. So vieles, das einem im Alltag gar nicht auffällt, sei es der Mohn am Ackersaum, die Geschichte eines alten bayrischen Bauern, der alleine in seinem riesigen Hof lebt oder haarsträubende Erzählungen über die Wiedervereinigung Deutschlands. Nebenbei ist Bruno Maul seinem Motto „Auf den Spuren der Musik“ treu geblieben und hat Straßenmusiker interviewt, porträtiert und deren Musik aufgenommen, um einmal hinzuhören: „Wie klingt Deutschland?“ Lustige und melancholische Gitarren- und Akkordeon-Musik untermalt die fotografischen Werke des Berufsfotografen Bruno Maul, der auf der fünfmonatigen Tour einen ganz eigenen Blick auf unser Heimatland entwickelt hat. Bruno Maul wird dazu eine Live-Foto-Reportage am Samstag, 29. Februar, 17 Uhr im „Das O zu Oschatz“ und am Sonntag, 01. März, 17.00 Uhr im Kino Filmpalast Riesa präsentieren. Weitere Informationen bekommen Sie bei der Oschatz-Information, Tel. 03435-970242 oder im Kino Riesa, Tel. 03525-733779 und Online-Vorverkauf über die Homepage des Kinos: www.riesa.filmpalast-kino.de.

Sonntagswochenblatt vom 23.02.2020
BU: Mit seiner kompletten Familie durchfuhr Bruno Maul in fünf Monaten ganz Deutschland.
Text: SWB
Foto: PR