Zum Abschluss von Rund um den Globus: Veranstallter Thomas Barth setzt neue Glanzlichter

Fernweh, Lust andere Kulturen und Länder fern der Urlauberzentren kennen zu lernen, das haben viele Menschen. Doch nicht alle wagen es, ein solches Abenteuer selbst zu starten. Thomas Barth, Jürgen Schütte, Bruno Maul und Sonja Endlweber haben es getan, mehrfach sogar. In der 2018er-Vortragsreihe „Rund um den Globus“ von Thomas Barth haben sie von ihren Reisen und Abenteuern berichtet, mit beeindruckenden Bildern, unverwechselbarer Musik und einmaligen Geschichten.

Zum Abschluss lud Barth mit Sonja Endlweber eine Frau ein, die sieben Jahre lang mit Günter Wamser von der Grenze Mexikos über die USA und Kanada bis nach Alaska ritt. 10 000 Kilometer hat sie in dieser Zeit im Sattel zurückgelegt. Mit eindrucksvollen Bildern entführte sie die Zuschauer am Sonnabend im E-Werk dorthin, wo der Westen Amerikas noch immer wild ist: in das Land der Cowboys und in die Heimat der Wölfe und Grizzlybären. Herrliche Landschaften, mühsames Vorankommen in Schluchten, über Berge, durch Flüsse und Sümpfe, Nähe zu Bären und anderen Tieren in der Wildnis, vom Überwintern im Blockhaus, wunderschönen Nordlichtern und neuen Freunden – die vielen Reiseimpressionen waren mehr als nur ein Rückblick und ein Reisebericht.

Sie waren vor allem für jene unter den Gästen mit Sehnsüchten nach anderen Ländern, ein Mut machen, aufzubrechen. „Es gibt Momente im Leben, da muss man einfach handeln. Jeder hat solche Momente“, meint die Abenteuerreiterin. Vor dem Start zu ihrem großen Ritt im Jahr 2006 war Sonja Endlweber eine Karrierefrau. Die promovierte Ökonomin war in einer großen Unternehmensberatung tätig, verdiente gutes Geld. Hier erhielt sie die Chance, für ein Jahr nach Kambodscha als Entwicklungshelferin zu gehen. Das veränderte ihre Einstellungen zum Leben, Geldverdienen, zu Glück und Zufriedenheit. „Ich habe gelernt, dass Leben sehr kurz sein kann. Und: Glück und Zufriedenheit haben nichts mit Geld zu tun“, erzählte sie vor der Schau.

Durch Zufall lernte sie den Abenteuerreiter Günter Wamser, der heute ihr Ehemann ist, kennen. Der hatte gerade seinen nächsten großen Ritt geplant. Nur 14 Tage blieben ihr, sich für ein Mitkommen zu entscheiden. „Das waren 14 Tage von Kündigung, Wohnungsaufgabe bis Reitunterricht. Denn als kleines Mädchen hatte ich zwar auf dem Pferd gesessen englische Dressur in einer Reithalle, aber für die Reise brauchte es mehr“, so Endlweber. Ja, ans Aufgeben hatte sie schon gedacht. Aber das sei mehr eine Kopfsache gewesen. In der Summe war Endlwebers Vortrag so mehr als nur ein Reisebericht. Zugleich setzte sie damit einen glanzvollen Schlusspunkt unter die „Rund um den Globus“-Reihe 2018. Damit geht zugleich eine Reihe der Superlative zu Ende. Die reichte von Live- Musik aus Cuba zu Reisebildern bis hin zum Ritt nach Alaska, mit dem Endlweber zudem die erste Frau war, die bei Thomas Barth von ihren Abenteuern berichtete.

Ist diese 2018er-Vortragsreihe damit künftig noch zu toppen? Thomas Barth will von einer solchen Wertung nichts wissen. „Die Welt ist vielfältig. Mir geht es um diese Vielfalt, aber handverlesen. Die beginnt vor der Haustür und kann bis Kanada reichen“, so der Veranstalter. Überrascht hat ihn, dass sein eigener Pilgerreisevortrag ausverkauft war. Mit den Besucherzahlen sei er zufrieden. Auch mit den Premierenorten Belgern und Meißen. Deshalb werde es 2019 wieder vier Orte geben. Das Programm stehe noch nicht komplett. „Auf alle Fälle wird es einen Vortrag „Mallorca – Insel der Stille“ geben. Das sei ein Vortrag, bei dem manches Klischee der Insel auf den Kopf gestellt werde.

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 19.03.2018
Text und Foto: Bärbel Schumann
BU: Sonja Endlweber begeisterte im Oschatzer E-Werk mit ihrem Vortrag über einen 10 000 Kilometer langen Abenteuerritt von der Grenze Mexikos bis nach Alaska.

Band Guacachason spielt zum Reisevortrag von Bruno Maul

Bekanntschaft mit Kuba konnten Fans und Freunde des Inselstaates auf ungewöhnliche Weise bereits vor drei Jahren schließen. Damals holte Thomas Barth innerhalb seiner Vortragsreihe den Allgäuer Reisejournalisten Bruno Maul nach Oschatz. Der zeigte den Kuba-Fans aus der Region Oschatz nicht nur außergewöhnliche Fotos über das Land und seine Menschen bei seinem Vortrag, sondern brachte den Besuchern auch die Musik Kubas näher. Das war Musik der Band „Guacachason“. Die fand dabei so guten Anklang, dass die damals mitgebrachten CDs schnell neue Besitzer gefunden hatten. Und es kam der Wunsch auf, die Musiker der Band selbst kennenzulernen und vor allem sie live einmal zu erleben.

Bis 14. März auf Tournee

Ein Wunsch, den Bruno Maul nun endlich bei seinem Vortrag erfüllen konnte. Vom 14. Februar bis 14. März sind Domingo, Dairel, Isidro, Isbel und Juan nun in Deutschland und faszinieren bei ihren Auftritten die Zuhörer – egal wie groß ihre Zahl und wie groß die Säle sind. In Oschatz erlebten am Wochenende gut 200 Interessierte den Vortrag und die Musik. Zuvor waren unter anderem das Leipziger Gewandhaus, in Berlin der Admiralspalast, in Jena der Unicampus mit über 750 begeisterten Zuschauern oder auch die Bitburger Stadthalle Auftrittsorte. Wenn die Musiker ihren Instrumenten Töne entlocken und dazu singen, möchte man sich am liebsten im Takt dazu mitbewegen.

Musik gehört in Kuba zum Alltag

Musik, egal welcher Art, so Bruno Maul, sei ein enorm wichtiger Bestandteil des kubanischen Alltags. Der ist nicht zuletzt durch die jahrzehntelange US-Embargo-Politik oft sehr mühsam und desillusionierend. „Da ist es gerade die Musik, die diesen Menschen hilft, alle Alltagssorgen für einen Moment zu vergessen und einfach nur die Leichtigkeit des Seins zu genießen.“

Gebündelte Energie

Vielleicht, so heißt es auf der neuen CD der Band, liegt gerade darin die Energie der kubanischen Musik begründet, welcher sich kaum ein Zuhörer entziehen kann. Gepaart mit den wundervollen Reisebildern von Bruno Maul machte die Show Lust darauf, das Land, seine Menschen und seine Musik, selbst kennenzulernen. Bei einer Reise, auf der man dann vielleicht wie Bruno Maul vor Jahren in einem kleinen Lokal derartig interessante Musiker trifft, sich man mit ihnen austauscht und dabei Freundschaften entstehen, für die die Sonne und Wärme gewöhnten Kubaner dann auch mal unsere Kälte ertragen.

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 27.02.2018
Text: Bärbel Schumann
Foto: Thomas Barth
BU: Die kubanische Band Guacachason vor der Kaffeekannen-Sammlung in der Veranstaltungshalle „O“ in Oschatz.